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Domänenmodell — Laborauswertung (Gold Path)

Domänenmodell — Laborauswertung (Gold Path)

Abgeleitet aus tuxamed, Bearbeitet/domaenen/ (8 Dokumente). Die Feldnamen sind aus dem Material übernommen, nicht neu erfunden. Wo eine Abweichung nötig war, steht sie unten unter „Abweichungen vom Material".

Objekte

Praxis (Mandant — siehe guidelines/project/domain-map.md, OF-12)
  └── Patient  (txm-pat)                      1─n
        ├── Sicherheitsmerkmal (txm-sim)      0─n   Patientenebene, kein Löschen
        └── Auswertung (txm-aus)              1─n   = der Fall, Business Key = Auswertungsreferenz
              ├── Basisdaten-Momentaufnahme   1─1   eingefroren beim Fallstart
              ├── Präanalytik                 1─1   fünf Pflichtangaben
              ├── Messwert (txm-msw)          0─n
              ├── Medikationseintrag (txm-med) 0─n  NICHT auf Interaktionen geprüft
              ├── Supplementeintrag (txm-sup) 0─n   elementarer Gehalt ≠ Verbindungsmenge
              ├── Finding (txm-fnd)           0─n   Ebene E1 oder E3 — nie E2
              ├── Empfehlung (txm-rec)        0─n   vorgeschlagen | gesperrt | zurückgestellt
              │     ├── Therapeutenentscheidung (txm-ent)  0─n  Historie, mit gueltig-Flag
              │     └── Uebersteuerung (txm-ovr)           0─n
              ├── Gesamtplan-Check            0─1   durchgeführt = Freigabevoraussetzung
              ├── Freigabe                    0─1   danach unveränderlich
              └── Bericht                     (Projektion, keine Entität)

Die tragenden Invarianten

1. Zwei Zustandsdimensionen, nicht eine (OF-04)

Bearbeitungsstatus und Sicherheitsstatus sind orthogonal. Ein Fall kann gleichzeitig in Bearbeitung sein und einen offenen kritischen Befund haben. Das Material nennt beide Listen getrennt und begründet: „Diese sind nicht in ‚Prüfung erforderlich' aufgehoben, weil sie eine andere Dringlichkeit haben." Die Standardsortierung stellt sicherheitsrelevante Zustände vor die Bearbeitungszustände.

2. Momentaufnahme statt Join

Die klinischen Basisdaten werden beim Fallstart in die Auswertung kopiert. „Eine spätere Änderung der Patientendaten verändert eine bereits freigegebene Auswertung nicht." Deshalb liegen die basis*-Spalten an der Auswertung und nicht als Fremdschlüssel auf den Patienten.

3. Fehlende Pflichtangabe sperrt den Fortschritt, nicht die Anlage

Ein Patient ohne Geburtsjahr kann angelegt werden; nur die Therapieableitung ist blockiert. Dasselbe Muster tritt dreimal unabhängig im Material auf (FACH-011 Z. 409, FACH-017 Z. 481, GM-1.1) — es ist ein querschnittliches Fachmuster und wird deshalb einmal modelliert, nicht dreimal.

4. Wert oder Zustand, nie beides und nie ersetzt

Ein Messwert außerhalb des Messbereichs wird als Messwertzustand geführt und „nicht durch null, nicht durch den halben Grenzwert und nicht durch den Grenzwert selbst" ersetzt. Der Service lehnt beides gleichzeitig mit 400 ab.

Und: „Ein fehlender Wert und ein Wert unterhalb der Bestimmungsgrenze sind verschiedene Zustände und werden nie gleich behandelt."

5. Stufenkappung ≠ Konfundierung

Auslöser Wirkung
GM-1.1 Stufenkappung Pflicht-Kontextparameter fehlt Interpretation bleibt, max. Stufe 3, keine Therapieableitung
GM-1.3 Konfundierung Kontextparameter liegt vor, ist pathologisch Kennzeichnung, ggf. vollständiges Zurückhalten — keine Kappung

Zwei Felder am Finding (gekappt und konfundierungsstatus), nicht eines. Beide werden im begruendung-Text ausgeschrieben, weil FACH-048 verlangt, dass sie „ausdrücklich benannt und nicht nur als Symbol angezeigt" werden.

6. Verbindungsmenge ≠ elementarer Gehalt

„Erfasst wird, was auf dem Präparat steht; ausgewertet wird der elementare Gehalt." Der Musterfall des Materials: 500 mg Magnesiumcitrat ≈ 80 mg elementares Magnesium — Faktor sechs. Ist der elementare Gehalt nicht ableitbar, wird kein Standardwert unterstellt; der Eintrag geht nicht in die Zufuhrbilanz ein.

7. Die Freigabe ist ein Datensatz, kein Zeitstempel

„Die Freigabe hält fest, worauf sie sich bezieht": Zeitpunkt, Person, Qualifikation, beide Regelwerksversionen, Anzahl Übersteuerungen, Scope-Gate-Ergebnis, Stand der Basisdaten. Danach ist der Fall inhaltlich unveränderlich (409 statt Update).

8. Die Entscheidungshistorie ist ein Primärobjekt

Nicht ein Audit-Nebenprodukt. Sie trägt gueltig: Entscheidungen zu zurückgesetzten Empfehlungen bleiben sichtbar, verlieren aber ihre Gültigkeit (FACH-032, Z. 815).

9. Ein Katalog, nicht zwei

Kontraindikationen und dauerhafte Sicherheitsmerkmale sind „eine einzige fachliche Quelle. Es gibt keine zwei getrennt gepflegten Listen." Ebenso: Systemsteckbrief = Einschränkungsdokumentation.

Enum-Werteräume, die abschließend belegt sind

Enum Werte Fundstelle
Untersuchungsmaterial Serum, Plasma, Vollblut, EDTA-Vollblut, Erythrozyten, Urin, Haar FACH-002, Z. 223
ScopeGateErgebnis auswertbar, eingeschränkt auswertbar, nicht auswertbar Z. 360–364
Einwilligungsstatus vorhanden, nicht vorhanden, nicht erforderlich gemäß Praxisprozess FACH-023, Z. 630
Einnahmestatus Dauertherapie, Bedarfsmedikation, kürzlich abgesetzt FACH-021, Z. 574
Messwertzustand unterhalb Bestimmungsgrenze, nicht nachweisbar, oberhalb Messbereich FACH-038
Ablehnungskategorie 6 Werte FACH-078, Z. 1583
Verfuegbarkeitsklasse frei verkäuflich, apothekenpflichtig, verschreibungspflichtig, ärztliche Applikation GM-2.1, Z. 116
Risikoklasse R1, R2, R3 GM-2, Z. 110–114
Evidenzgrad X-1…X-4, I-1…I-3, P FACH-057
Quellenklasse Q1…Q7 FACH-056
Kontraindikation 8 P0-Startkatalog-Einträge FACH-018, Z. 497–506

Werteräume, die NICHT belegt sind — und deshalb kein Enum haben

Feld Warum Freitext / offen
referenzGeschlecht Werteraum im Material nicht angegeben (OF-16). Ein erfundenes Enum wäre eine fachliche Festlegung, die niemand getroffen hat
Dringlichkeitsstufen Nur beispielhaft belegt („zeitnahe"/„dringliche ärztliche Abklärung"); ob das die vollständige Skala ist, steht nicht da (OF-31)
auspraegungsstaerke einer Störungsebene Gegenstandslos — Ebene E2 ist nicht im Schnitt
Anamnesekern-Bereiche Werteraum je Bereich nicht festgelegt (OF-28); nur die zwei Felder, die das Scope-Gate braucht, sind abgebildet

Abweichungen vom Material — vollständig

Abweichung Begründung
Modulkürzel txm statt acht Domänenkürzeln Ein zusammenhängender Ablauf, ein Prototyp — ADR-0001 Punkt 2. Die Objektkürzel sind übernommen
Sperrgrund trägt drei Werte über Zeile 1534 hinaus Die Liste ist nachweislich nicht abschließend (FACH-070 und FACH-008 ergänzen sie im Material selbst); alle drei sind einzeln belegt — ADR-0004
Ebene hat keinen Wert E2 Zentrale Scope-Entscheidung, ADR-0001 Punkt 4
Analytgruppe existiert, obwohl FACH-003 sie nicht vorsieht FACH-038 macht die Bedeutung eines Werts unter der Bestimmungsgrenze davon abhängig — ableitbar, aber nicht belegt (OF-29)
Zuordnung Analyt → Wirkstoff (FerritinEisen, 25-OH-Vitamin DVitamin D) Eine Analyt-Wirkstoff-Tabelle gibt es im Material nicht. Sie steht klein und sichtbar im Regelkatalog, statt verstreut in der Auswertungslogik. Das Verwechslungspaar 25-OH / 1,25-Dihydroxy bleibt getrennt (FACH-039)
Labordokument als Feldgruppe statt eigenem Objekt Mehrere Dokumente je Auswertung sind möglich, im Gold Path aber nicht gebraucht — siehe implementation-gaps.md
Kein evidenzsaeule-Feld Die Namen der drei Säulen nach GM-5 stehen nicht in der Ergebniszone