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ADR-0003: Der Pilot-Betriebsmodus ist UNGEKLÄRT — und darf nicht dadurch entschieden werden, dass jemand anfängt zu arbeiten
ADR-0003: Der Pilot-Betriebsmodus ist UNGEKLÄRT — und darf nicht dadurch entschieden werden, dass jemand anfängt zu arbeiten
Status
Angenommen (2026-08-09) · Vom Nutzer ausdrücklich als sichtbarer Platzhalter statt einer Annahme gesetzt.
Kontext
Die Frage
tuxamed, Bearbeitet/00-bericht.md, offene Frage OF-B2 (im Material zugleich Entscheidung
E-1): Arbeitet der Pilot
- mit retrospektiven bzw. synthetischen Fällen,
- mit echten Fällen ohne Behandlungsrelevanz, oder
- mit echten Fällen in laufender Behandlung?
Eingestuft als über den Prototypen hinaus blockierend, extern abzusichern, Adressat Product Owner +
klinischer Fachexperte. Die Frage berührt eine juristische Bewertung außerhalb der
fachlich-medizinischen Verantwortung und ändert FACH-101 (Onboarding), FACH-118
(Einschränkungsdokumentation) und den Datenschutzumfang des gesamten Pilotbetriebs.
Der eine Satz, um den es geht
quelle-02.md, Zeile 86, zitiert im Bericht:
„Diese Entscheidung sollte nicht implizit dadurch getroffen werden, dass die erste Praxis anfängt zu arbeiten."
Das ist keine Mahnung, sondern eine Beschreibung des wahrscheinlichsten Verlaufs. Ein System, das echte Fälle technisch entgegennimmt, hat die Frage beantwortet — unabhängig davon, was in einem Protokoll steht. Ein Default-Wert in einer Konfigurationsdatei wäre genau diese implizite Entscheidung, nur früher und schriftlich.
Was zusätzlich fehlt
Das Lückenprotokoll des Berichts führt Kategorie 1 (Rohdaten und Beispieldatensätze) als
vollständig leer und nennt sie „die schwerwiegendste Lücke des Durchlaufs" (OF-45): kein
Laborbefund, kein Patientendatensatz, kein Export, kein Beispiel-PDF. Ohne echtes Material misst ein
Prototyp nur die eigene Fantasie — und beim ersten Realimport fällt erfahrungsgemäß ein erheblicher
Teil raus.
Solange beides gilt (Modus offen, kein echtes Material), gibt es keinen Zustand, in dem echte Fälle in diesem System richtig aufgehoben wären.
Entscheidung
-
Der Betriebsmodus ist
UNGEKLAERT. Das EnumPilotBetriebsmodusbenennt die drei Antwortmöglichkeiten aus dem Material — damit die Frage ihre echten Optionen trägt, nicht damit eine davon gewählt wird. -
Zur Laufzeit ist ausschließlich
UNGEKLAERTzulässig; jeder andere Wert bricht den Start ab (RegulatorikGuard, analog zu ADR-0002). Die Fehlermeldung zitiert den Satz oben. -
Jede Auswertung trägt
synthetisch = true— gesetzt vom Service, nicht vom Aufrufer.AuswertungCreatehat bewusst kein entsprechendes Feld: ein Client soll den Wert nicht wegargumentieren können. Das Flag steht an der Entität, in jeder API-Antwort, im Berichtsabschnitt „Rahmen der Auswertung" und als Badge im UI.Das ist die Umsetzung von
GG-META-0005§9 („synthetische Daten explizit als solche kennzeichnen") an dem Ort, an dem sie wirkt: am Datensatz, nicht in einer README. -
Der einzige mitgelieferte Datensatz ist der synthetische Referenzfall unter
init-bundle/praxis01-referenzfall-02.json. Er trägt"synthetisch": true, den SuffixSYNTH001in Bundle-Schlüssel und interner Patientenreferenz, und einen eigenen Warnhinweis im Klartext: dass jede Zahl erfunden ist und insbesondere die Laborreferenzbereiche keine validierten Bereiche eines realen Labors sind. -
Die MCP-Tools sind ausschließlich lesend — und dieses ADR ist der Grund, warum das eine fachliche und keine technische Entscheidung ist. Solange der Modus offen ist, sehen Agenten ausschließlich synthetische Fälle. Wird
OF-B2jemals mit „echte Fälle" beantwortet, ist vor dem ersten echten Fall zu entscheiden, ob diese Tools bestehen bleiben dürfen. Der Hinweis steht im Javadoc vonAuswertungMcpTools, weil er dann gelesen wird. -
Auflösung nur durch ein Nachfolge-ADR, das die getroffene Entscheidung, ihren Urheber und die daran hängenden Folgeanpassungen benennt (Onboarding, Einschränkungsdokumentation, Datenschutzumfang, MCP-Tools,
.gitignorefür Falldaten). Im Zug desselben ADR fällt das Startgate undsynthetischwird zu einem Feld, das ein Aufrufer setzen darf.
Konsequenzen
- + Der wahrscheinlichste Fehler dieses Vorhabens — dass die Frage nebenbei durch Benutzung entschieden wird — ist technisch versperrt und nicht nur schriftlich untersagt.
- + Jeder Datensatz im System sagt selbst, dass er synthetisch ist. Ein Screenshot aus diesem Prototyp kann nicht versehentlich als echter Fall gelesen werden.
- + Der Datenschutzumfang des Pilots bleibt bis zur Klärung minimal: es gibt keine echten Gesundheitsdaten, also auch keine Verarbeitung, die zu bewerten wäre.
- − Ein retrospektiver Pilot mit echten, anonymisierten Altfällen ist damit ebenfalls blockiert — obwohl er die harmloseste der drei Optionen wäre. Das ist bewusst: auch diese Option ist eine Entscheidung, und sie soll getroffen und nicht unterstellt werden.
- − Was der Bericht als wirksamste Sofortmaßnahme nennt — ein einziges echtes, anonymisiertes
Labor-PDF (
OF-45, Aufwand: gering, es geht um ein Dokument) — kann in diesem System nicht verarbeitet werden, solange das Gate steht. Wer es beschafft, braucht zuerst die Antwort aufOF-B2. Diese Reihenfolge ist die Aussage dieses ADR.